Dem Prozess der natürlichen Selektion liegt also ein Kampf ums Überleben zu Grunde, und diesem Begriff war Darwin schon in den dreißiger Jahren im Zusammenhang mit den Theorien von Thomas Malthus begegnet, der angesichts der rasant steigenden Bevölkerung Großbritanniens die Auffassung vertreten hatte, dass die Nahrungsmittelproduktion niemals mit dem Bevölkerungswachstum Schritt halten könne und dass sich infolgedessen das Problem der Überbevölkerung letztlich nur auf dem Wege der natürlichen Selektion, z.B. durch Krankheit, Seuchen und Hunger löse - es sei denn der Mensch greife selbst mit geeigneten Maßnahmen ein. Malthus’ Theorien hatten seinerzeit bereits die Ökonomen des industriellen Kapitalismus beeindruckt, und nun wurden sie in Verbindung mit Darwins Evolutionslehre zur Basis des so genannten Sozialdarwinismus. Im Rahmen dieser Theorie wurde - ganz gegen Darwins eigene Absichten - die Vorstellung des struggle for existence mit der Formel vom survival of the fittest zum Erklärungsschema für politische, soziale und ökonomische Prozesse.
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